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 Karneval

Karneval auf La Palma

Karneval feiern auf La Palma

Eine der eindrucksvollsten Fiestas auf La Palma ist der Karneval, der im Februar/März unter einer wohligen Sonne stattfindet.

Die öffentliche Kritik war oft ein Dorn im Auge der Regenten, so wurde 1523 die aus dem 15. Jahrhundert stammende Tradition von Carlos I per Gesetz verboten. Auch General Franco sprach sich während des Bürgerkriegs gegen den Karneval aus. Die erste Verordnung dauerte an bis Felipe V (1683-1746) sie wieder aufhob. Als die Diktatur Francos mit seinem Tod ein Ende fand, kam auch die Narrenzeit offiziell wieder. Auch von dem Verbot der Verkleidung, die das Geschlecht verändert aus dem 18. Jahrhundert, ist heute nichts mehr zu sehen.
Auf La Palma ist der Höhepunkt der "Dia de los Indianos" (die Ankunft der Indianos), der am Rosenmontag im Hafen von Santa Cruz de La Palma aufwendig zelebriert wird. Dort werden die Rückkehrer aus den einstigen Kolonien begrüßt, was auch den heutigen latein-amerikanischen Einfluß, vorallem in der Musik, gut erklärt.
Die "neureichen Kolonialherren", die in edlen Zwirn gekleidet sind, passende Strohhüte tragen und ihre Stoffpapageien dabei haben, kommen in Begleitung ihrer "schwarzen Hausmädchen", die nicht weniger auffällig und mit kitschigem Schmuck behangen sind, auf Schiffen in den Hafen. Voll bepackt mit "Koffern voller Geld" werden die "Indianos" offiziell im Rathaus begrüßt. Begleitet wird das ganze von Musikgruppen, die die typische kubanische Musik spielen.

Nach dem Empfang beginnt der Festtagsumzug passenderweise auf der "Avenida de los Indianos". Seit Ende des 19. Jahrhunderts war es auf allen kanarischen Inseln Brauch sich gegenseitig mit Mehl zu bewerfen. Heute wird dies nur noch auf La Palma getan und statt Mehl wird meistens Puder verwendet. Das macht den Karneval auf La Palma zu etwas einzigartigem. In früheren Zeiten symbolisierte das Puder Reichtum.

Wenn am späten Abend die letzten Narren das Ende des Umzugs auf der Plaza de la Alameda erreichen, sind alle in eine weiße Schicht eingehüllt. Man kann die vielfältigsten Gerätschaften bewundern, deren Zwecken einzig und allein dem "Pudern" gilt. Aber dann ist noch lange nicht schluß, Tausende feiern auf diesem Platz dann bis in die frühen Morgenstunden.
Aber auch an den anderen Tagen sind die Feiernden, eingehüllt in prächtige Kostüme, vielerorts versammelt, um mit der Unterstützung der "Murgas" (Gesangsgruppen), "Comparsas" (Tanzgruppen) und anderen kostümierten Gruppen in den Straßen und auf den Plätzen zu tanzen.

Die Karnevalskönigin, sowie die Kinderkönigin, sind von den Feierlichkeiten ebenfalls nicht wegzudenken. Jeder ist ein eigenes Fest gewidmet, in der sie gewählt und anschließend in einem "Coso" (Umzug) geehrt wird.

Ein weiteres Highlight ist die "Entierro de la Sardina" (Beerdigung der Sardine). An verschiedenen Tagen wird vorallem in Santa Cruz de la Palma, San Andrés, Sauces und in Barlovento dieses Fest gefeiert. Von fröhlich bis trauernd wird eine Sardine aus Pappmaché in einem Umzug durch die Straßen getragen, um am Ende verbrannt zu werden. Der krönenden Abschluß ist natürlich ein riesiges Feuerwerk.
Obwohl dies eigentlich das Ende der Karnevalzeit ist, wird auch danach noch kräftig weitergefeiert.