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 Geschichte

Geschichte der Insel La Palma

Chronik der Inselgeschichte und Kultur La Palmas

Nordwestlich von Teneriffa liegt die Insel La Palma. Sie ist die jüngste der Kanarischen Inseln, nur etwa 2 Millionen Jahre alt. In einer Tiefe von rund 4.000 m auf dem Meeresboden liegt ihr vulkanisches Fundament. Durch zunächst im Meer stattfindenden Vulkanausbrüchen wuchs La Palma so langsam aus dem Wasser und erhebt sich nun gute 2.500 m über dem Meeresspiegel.

Kleine Fläche – große Höhe, das macht diese Insel zu einer der steilsten Inseln der Welt, mit schroffen Küsten und nur ganz wenigen Stränden.

Nachfolgend ein kurzer Blick auf die Geschichte dieser Insel.

Ähnlich der anderen Kanarischen Inseln sind auch hier ungefähr 2000 v Chr. die ersten Menschen von Nordafrika gelandet. Diese Erkenntnis ist abgesichert durch Skelettfunde und auch durch die immer noch vorhandenen afrikanischen Sprachreste.

Eine weitere Ähnlichkeit mit den anderen Inseln ist die Lebensweise der Ureinwohner. Sie organisierten sich in verschiedene Stämme und lebten friedlich und frei zusammen.

1447

Graf Hernán Peraza hatte mittlerweile die Inseln Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro eingenommen. Nun schickte er eine 500 Mann starke Flotte nach La Palma. Die Insel galt bisher als nicht einnehmbar.

Das sollte sich auch noch eine Weile so halten. Die Spanier gingen mit schweren Verlusten aus diesem Feldzug hervor.


1492

In diesem denkwürdigen Jahr erreichte Kolumbus Amerika – und General Alonso Fernández de Lugo die Insel La Palma. 900 Mann gingen in der Nähe von Tazacorte an Land. Drahtzieher dieser Invasion waren Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón.

Fast alle Stämme ergaben sich recht schnell und traten zum christlichen Glauben über. Nur Tanausú – der Fürst von Aceró (was soviel heißt wie starker Ort) – widersetzte sich noch etwas länger.


1493

Fernández de Lugo gründete am 3. Mai 1493 die Stadt Santa Cruz de La Palma, und zwar an dem Ort der altkanarischen Siedlung Auprón. Danach ging er wieder nach Gran Canaria und bereitet sich auf die Übernahme Teneriffas vor.


1514

Die Palmeros, die nicht versklavt worden sind, wurden in diesem Jahr den Spaniern rechtlich gleichgestellt. So nach und nach vermischten sie sich mit den Eroberern. Der Sklavenhandel hatte ein Ende.

Die neue wirtschaftliche Grundlage bildete der Zuckerrohranbau.

Niemand dachte damals auch nur im Entferntesten an biologisches Gleichgewicht und man ging sehr sorglos und zerstörerisch mit der Natur um, nur für den möglichst großen Gewinn.


1553

Der Zuckerrohranbau lohnte nicht mehr. In Südamerika wurde viel preiswerter produziert.

Deshalb wurde stattdessen Wein angebaut und vor allem im südlichen La Palma gedieh dieser Wein – der Malvasia – hervorragend und wurde sozusagen zum Verkaufsschlager. Vor allem die Engländer importierten diesen Wein.


16. Jahrhundert

In diesem Jahrhundert entwickelte sich ein starker Handel mit Amerika und Santa Cruz de La Palma bekam die Bedeutung des wichtigsten Hafens von ganz Spanien.

Piraten bevorzugten gerade solche aufstrebenden und wichtigen Städte für ihre Überfälle. So blieb auch Santa Cruz davon nicht verschont.

Ein besonders zerstörerischer Überfall fand 1553 unter dem Franzosen Francois Le Clerc statt. Alles was nicht mitgenommen werden konnte, wurde niedergebrannt.

Die Bewohner gaben nicht auf und die zerstörten Kirchen und Klöster wurden sehr viel prächtiger wieder neu gebaut. Und natürlich auch die Verteidigungsanlagen.

Das war auch gut so. So konnte 1585 der Versuch der Invasion der Engländer unter Francis Drake erfolgreich abgewehrt werden.

In den nachfolgenden Jahren kamen immer mehr Geschäftsleute aus aller Herren Länder und es wurde recht international und bunt auf der Insel. Noch heute sieht man an den fremdländisch klingenden Straßennamen diesen Einfluss.

17. Jahrhundert

Im Jahr 1657 sorgte ein Erlass, der vorschrieb dass alle Schiffe auf dem Weg in die Neue Welt sich auf Teneriffa registrieren lassen mussten dafür, dass es wirtschaftlich mit La Palma immer mehr bergab ging. Unweigerlich kam es zu einer Wirtschaftskrise.

Allein die Seidenherstellung, bedingt durch die auf dem fruchtbaren Lavaboden wachsenden Maulbeerbäume, hielt der Krise stand.


19. Jahrhundert

Um das Jahr 1830 herum importierte die Insel die Cochenille-Laus aus Mexiko und konnte mit Hilfe dieser Schildlaus den sehr wertvollen roten Farbstoff herstellen.

Allerdings wurde von 1880 die synthetische Herstellung von Farbstoffen erfunden und so konnte sich auch dieser Wirtschaftszweig nicht halten.

Ausweg aus dieser neuerlichen Krise war der Bananenanbau.


20. Jahrhundert

1936 übernahm General Franco nach einem Militärputsch die Macht in Spanien und eine Militärdiktatur begann, die sich bis zu seinem Tod 1978 hielt.

Auch der 2. Weltkrieg hinterließ schmerzliche Spuren auf La Palma und sorgte erneut für eine große Auswanderungswelle nach Südamerika.

Trotzdem entwickelt sich langsam ein neuer Wirtschaftszweig auf La Palma – der Tourismus.

Und imr wieder kam es zu Vulkanausbrüchen, die den Bewohnern sehr zusetzte.

So z.B. 1585 Tajuya in der Nähe El Pasos, 1646 Volcán San Martin, 1677 Volcán San Antonio, 1712 El Charco, 1949 Volcán San Juan, Duraznero und Hoyo Negro und der letzte bisher 1971, der Volcán Teneguia.

Heute lädt diese sehr fruchtbare Insel alle Naturfreunde und Wanderer ein. Die absolute Sehenswürdigkeit auf der Insel liegt im Zentrum – ein riesengroßes Loch, die Caldera de Taburiente und der Cumbre Rücken im Süden von La Palma. Unzählige Krater dominieren ihn.

Und natürlich die Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte – die Wohnhöhlen und Grabstätten, die alten Steinwerkzeuge und die Petroglyphen, das sind ganz eigenartige Steinritzungen, sind sichtbare und sehenswerte Dokumentationen der Ureinwohner.

Bei einem Urlaub auf La Palma können Sie einiges über die Geschichte La Palmas lernen. Sie werden begeistert sein von den kanarischen Bräuche und Traditionen.